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Spezielle Therapieform gegen den Schmerz

Datum: 12.10.2015

Psyche, Beruf, Familie: Wenn Probleme im Alltag den Schmerz verstärken /
Bislang 1.500 Patienten mit multimodaler Schmerztherapie behandelt 

Sie greifen zu Medikamenten, suchen Hilfe bei verschiedenen Ärzten und werden oftmals arbeitsunfähig: Menschen mit länger anhaltenden Schmerzen haben häufig eine Odyssee hinter sich, ohne Linderung zu erfahren. Um ihnen die Rückkehr in den Beruf und ein normales Leben zu ermöglichen, hat die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover ein umfangreiches Behandlungskonzept gegen den Schmerz auf den Weg gebracht. Innerhalb von zwei Jahren wurden in den Rehazentren Bad Eilsen und Bad Pyrmont fast 1.500 Patienten mit der multimodalen Schmerztherapie behandelt. 

Etwa jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet unter chronischen Schmerzen. Oftmals gehen sie mit weiteren körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen einher. Eine Untersuchung mit 352 Patienten im Rehazentrum Bad Eilsen hat ergeben, dass besonders psychosoziale Faktoren den Verlauf einer Erkrankung massiv beeinflussen können. Das heißt: Haben Menschen mit Schmerzen gleichzeitig auch psychische, berufliche oder familiäre Probleme, besteht die Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden. 

Die Rehazentren Bad Eilsen und Bad Pyrmont haben sich auf die Bedürfnisse dieser Patienten eingestellt. Mit der multimodalen Schmerztherapie bieten die beiden Kliniken Betroffenen ein innovatives Behandlungskonzept, das neben dem Schmerz auch die unterschiedlichen Belastungen der Patienten berücksichtigt und alle erforderlichen Fachbereiche in die Therapie mit einbezieht. Dadurch passt sich die Rehabilitation direkt an den Bedarf des Einzelnen an.

Bei ihrer Klinikaufnahme werden die Schmerzpatienten eingehend untersucht. Anschließend werden alle medizinischen, psychischen und sozialen Befunde zusammengeführt und in einem Team aus Ärzten, Psychologen, Bewegungstherapeuten und Sozialarbeitern abgestimmt. Nach Abschluss einer umfangreichen medizinisch-psychosozialen Diagnostik empfiehlt das Team die Teilnahme des Patienten an der multimodalen Schmerztherapie. 

Je nach Krankheitsbild erhalten die Rehabilitanden in kleinen Gruppen körperbezogene Therapien mit physio- und sporttherapeutischen Elementen, krankheitsspezifische Patientenschulungen und psychotherapeutische Unterstützung etwa mit Entspannungs- oder Achtsamkeitsübungen sowie Elementen zur Schmerz- und Stressbewältigung. Und schließlich lernen die Patienten in berufsbezogenen Therapien, wie körperliche Arbeit oder auch eine sitzende Beschäftigung mit gelenkschonenden Bewegungen weniger belastend ist. Dafür wird das Training in der medizinisch-beruflich orientierten Reha dem Berufsalltag nachgestellt. Auch spezielle Beratungen und Seminare sollen den Patienten den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben erleichtern. 

Die bisherigen Erfahrungen sind vielversprechend. Langfristig soll die multimodale Schmerztherapie dazu beitragen, dass Schmerzen weniger oft einen chronischen Verlauf nehmen – und im besten Fall sogar deutlich zurückgehen. Damit würde sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, krankheitsbedingte Fehltage verringerten sich, und vielen Patienten bliebe eine vorzeitige Rente wegen Erwerbsminderung erspart.

Nr. 26/15