Deutsche Rentenversicherung

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Förderschwerpunkt "Chronische Krankheiten und Patientenorientierung"

Die bewährte Zusammenarbeit der Deutschen Rentenversicherung und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderschwerpunkt „Rehabilitationswissenschaften“ wurde mit dem Förderschwerpunkt „Chronische Krankheiten und Patientenorientierung“ fortgesetzt. Das BMBF, die Deutsche Rentenversicherung, die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen und der Verband der privaten Krankenversicherung e. V. haben gemeinsam die Initiative zur Förderung der versorgungsnahen Forschung in diesem Bereich ergriffen.

Im Mittelpunkt stehen im Sinne der Patientenorientierung Themen wie gezielte Patienteninformation, effiziente Schulungsprogramme für chronisch kranke Menschen und die partizipative, auf die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Nutzer ausgerichtete Gestaltung der Versorgung. Von besonderem Interesse sind jeweils die Auswirkungen der untersuchten Intervention auf den Krankheitsverlauf sowie auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und am Arbeitsleben. Einen breiten Raum nimmt die Nutzung von Internet oder anderen elektronischen Kommunikationsmedien für die Patientenversorgung ein. Insgesamt werden bzw.wurden 77 Vorhaben gefördert. Die Förderer stellen zwischen 2007 und 2014 insgesamt rund 21 Miillionen Euro, verteilt auf zwei Förderphasen, zur Verfügung.

Weiterführende Links

Dokumentation

Erste Förderphase ab 2007

Anträge und Begutachtung

Bis zum Antragsschluss am 7.10.2006 wurden 385 Projektskizzen mit einem Antragsvolumen in Höhe von 129 Mio. Euro eingereicht. Diese verteilten sich wie folgt auf 4 Module:

  • 76 Anträge in Modul 1: Interventionsstudien und Evaluationsstudien, die die Versorgung durch die Sozialleistungsträger sektorenübergreifend betreffen, Finanzierung durch Rentenversicherung, Krankenversicherung und BMBF
  • 58 Anträge in Modul 2: Interventionsstudien mit hohem Praxisbezug und hoher Relevanz für die Rehabilitation durch die Rentenversicherung, Finanzierung durch Rentenversicherung und BMBF
  • 139 Anträge in Modul 3: Interventionsstudien mit hohem Praxisbezug und Relevanz für die Versorgung durch die Krankenversicherung, Finanzierung durch Krankenversicherung und BMBF
  • 112 Anträge in Modul 4: Studien, die wesentliche methodische und theoretische Fragen der versorgungsnahen Forschung bearbeiten, Finanzierung durch das BMBF

Die Begutachtung in dem Förderschwerpunkt wurde in 2 Stufen und getrennt nach Modulen durchgeführt. Die insgesamt 385 eingereichten Projektskizzen wurden zunächst im Januar 2007 begutachtet. Im Ergebnis wurden 78 Antragstellerinnen und Antragsteller zur Erstellung ausführlicher Projektanträge aufgefordert. Die ausführlichen Anträge wurden im Juni und Juli 2007 begutachtet. Die Ergebnisse der zweistufigen Begutachtung sind noch einmal in der folgenden Tabelle im Überblick dargestellt.

Modul 1Modul 2Modul 3Modul 4Summe
eingegangene Antragsskizzen7658139112385
zur ausführlichen Antragstellung aufgefordert1618192578
zur Erstellung des Formantrags aufgefordert101161441

Bei den Modulen 1, 2 und 3 nahmen jeweils 7 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Renten- und Krankenversicherung als Gutachter an den Sitzungen der Beratungsgremien teil. Beim Modul 4 bestand das Beratungsgremium nur aus externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Teilnahmeberechtigt waren darüber hinaus Vertreter der übrigen Förderer, der beteiligten Ministerien sowie der Selbsthilfe.

Projekte der ersten Förderphase

Die Gutachter haben insgesamt 41 Forschungsvorhaben zur Förderung empfohlen. Die ersten Projekte nahmen ihre Arbeit noch im Jahr 2007 auf.

Relativ viele Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler waren bei der Antragstellung in dem Förderschwerpunkt "Chronische Krankheiten und Patientenorientierung" erfolgreich. Insgesamt gibt es eine Tendenz, dass Projektleiterinnen und Projektleiter, die bereits in früheren Fördermaßnahmen gefördert wurden, zum Beispiel in den Förderschwerpunkten „Rehabilitationswissenschaften“ und „Versorgungsforschung“, überdurchschnittlich häufig förderwürdige Anträge vorgelegt haben. Von den 41 zur Förderung vorgesehenen Projekten lassen sich 25 Projekte (das heisst 62 %) den regionalen Forschungsverbünden aus dem Förderschwerpunkt „Rehabilitationswissenschaften“ dadurch zuordnen, dass die Antragstellerinnen und Antragsteller mit einem Forschungsverbund zusammenarbeiten oder bereits in einem Forschungsverbund mitgearbeitet haben. Bei Modul 2 der Rehabilitation der Rentenversicherung gilt dies für alle 11 Projekte. Für die regionalen rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbünde war der neue Förderschwerpunkt damit eine Gelegenheit, weitere Forschungsmittel einzuwerben und so den aus dem bisherigen Förderschwerpunkt entstandenen Strukturen der Rehabilitationsforschung neue Forschungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Die zur Förderung empfohlenen Anträge repräsentieren ein breites inhaltliches Spektrum. Alle Themenfelder im Förderschwerpunkt sind vertreten: 10 Vorhaben befassen sich mit Patientenschulung und Patienteninformation, 8 Projekte mit der Nutzung des Internets oder anderer elektronischer Kommunikationsmedien. Die partizipative Entscheidungsfindung ist Gegenstand von 6 Vorhaben. In 4 Projekten aus dem Modul 4 sollen in erster Linie Assessmentinstrumente entwickelt werden.

Mit dem Förderschwerpunkt „Chronische Krankheiten und Patientenorientierung“ werden erstmals gezielt Projekte gefördert, die neben medizinischen und rehabilitativen Aspekten auch sektorenübergreifende Fragen berücksichtigen. Damit wird eine auf das gesamte Versorgungssystem ausgerichtete Forschung etabliert, die Qualität, Nutzen und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen analysiert und optimiert.

Zweite Förderphase ab 2010

Anträge und Begutachtung

Bis zum Antragsschluss am 30.9.2010 wurden 268 Projektskizzen eingereicht. Diese verteilten sich wie folgt auf 4 Module:

  • 35 Anträge in Modul 1: Interventionsstudien und Evaluationsstudien, die die Versorgung durch die Sozialleistungsträger sektorenübergreifend betreffen, Finanzierung durch Rentenversicherung, Krankenversicherung und BMBF
  • 34 Anträge in Modul 2: Interventionsstudien mit hohem Praxisbezug und hoher Relevanz für die Rehabilitation durch die Rentenversicherung, Finanzierung durch Rentenversicherung und BMBF
  • 103 Anträge in Modul 3: Interventionsstudien mit hohem Praxisbezug und Relevanz für die Versorgung durch die Krankenversicherung, Finanzierung durch Krankenversicherung und BMBF
  • 96 Anträge in Modul 4: Studien, die wesentliche methodische und theoretische Fragen der versorgungsnahen Forschung bearbeiten, Finanzierung durch das BMBF

Die Begutachtung erfolgte wieder in 2 Stufen und getrennt nach Modulen. Die insgesamt 268 eingereichten Projektskizzen wurden zunächst im Januar und Februar 2010 begutachtet. Im Ergebnis wurden 67 Antragstellerinnen und Antragsteller zur Erstellung ausführlicher Projektanträge aufgefordert. Diese Anträge wurden im Juni und Juli 2010 begutachtet. Die Ergebnisse der zweistufigen Begutachtung sind in der folgenden Tabelle im Überblick dargestellt.

Modul 1Modul 2Modul 3Modul 4Summe
eingegangene Antragsskizzen353410396268
zur ausführlichen Antragstellung aufgefordert1318132367
zur Erstellung des Formantrags aufgefordert71161236

Beim Modul 2 waren wieder jeweils 7 wissenschaftliche Gutachterinnen und Gutachter sowie 7 Vertreterinnen und Vertreter der Rentenversicherung Mitglieder des Beratungsgremiums. Als Gäste teilnahmeberechtigt waren darüber hinaus Vertreter(innen) der übrigen Förderer, der beteiligten Ministerien sowie der Selbsthilfe. Vertreter der Rentenversicherung nahmen auch an den Begutachtungen zu den Modulen 1, 3 und 4 teil.

Projekte der zweiten Förderphase

Über alle 4 Module des Förderschwerpunkts haben die Gutachterinnen und Gutachter insgesamt 36 Forschungsvorhaben zur Förderung in der zweiten Projektphase empfohlen. Diese nahmen zum großen Teil in der ersten Jahreshälfte 2011 ihre Arbeit auf.

Wie in der ersten Förderphase waren auch diesmal bezgl. der Antragstellung relativ viele Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler erfolgreich. Insgesamt gibt es eine Tendenz, dass Projektleiterinnen und Projektleiter, die bereits in früheren Fördermaßnahmen gefördert wurden, zum Beispiel in den Förderschwerpunkten „Rehabilitationswissenschaften“ und „Versorgungsforschung“, überdurchschnittlich häufig förderwürdige Anträge vorgelegt haben.

Von den 36 zur Förderung vorgesehenen Projekten lassen sich 21 Projekte (das heisst 58 %) den regionalen Forschungsverbünden aus dem Förderschwerpunkt „Rehabilitationswissenschaften“ dadurch zuordnen, dass die Antragstellerinnen und Antragsteller mit einem Forschungsverbund zusammenarbeiten oder bereits in einem Forschungsverbund mitgearbeitet haben. Für die regionalen rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbünde ist der Förderschwerpunkt „Chronische Krankheiten und Patientenorientierung“ damit eine Gelegenheit, weitere Forschungsmittel einzuwerben und so den aus dem Förderschwerpunkt „Rehabilitationswissenschaften“ (FSP Reha-Wissenschaften) entstandenen Strukturen der Rehabilitationsforschung neue Forschungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Die zur Förderung empfohlenen Anträge repräsentieren ein breites inhaltliches Spektrum. Alle Themenfelder im Förderschwerpunkt sind vertreten: 12 Vorhaben befassen sich mit Patientenschulung und Patienteninformation, 11 Vorhaben mit Patienteninformation, 4 Projekte mit der Nutzung von Internets oder anderen elektronischen Kommunikationsmedien. Die partizipative Entscheidungsfindung ist Gegenstand von 6 Vorhaben.

Projektübergreifende Veranstaltungen im Förderschwerpunkt

Den Beginn des neuen Förderschwerpunkts markierte im April 2008 eine Auftaktveranstaltung, an der auch Gutachterinnen und Gutachter sowie Vertreterinnen und Vertreter der Förderer teilnahmen. Weitere Veranstaltungen folgten im Juli 2009, Mai 2011, Juni 2012 und Oktober 2013.

Bisher haben vier projektübergreifende Veranstaltungen zum Förderschwerpunkt stattgefunden. Den Beginn des neuen Förderschwerpunkts markierte im April 2008 eine Auftaktveranstaltung, an der auch Gutachterinnen und Gutachter sowie Vertreterinnen und Vertreter der Förderer teilnahmen. Auf dem Programm der 2-tägigen Veranstaltung standen Vorträge, Posterpräsentationen der Projekte, Diskussionen im Plenum und modulübergreifende Arbeitsgruppen mit verschiedenen Schwerpunkten (zum Beispiel krankheitsbezogen: Rückenschmerz; methodisch: Shared Decision Making oder Gesundheitsökonomie).

Ein zweites Mal während der ersten Förderphase trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Förderer und der Projekte sowie Gutachterinnen und Gutachter im Juli 2009. Neben Vorträgen und Diskussionen im Plenum fanden Posterpräsentationen der Projekte und übergreifende Arbeitsgruppen statt. Letztere boten insbesondere die Möglichkeit, bereits gemachte Erfahrungen in der Projektdurchführung auszutauschen und Umsetzungsideen zur Verbesserung von Verfahrensweisen zu entwickeln.

Im Mai 2011 trafen sich 150 Förderer und Forscher aus dem Förderschwerpunkt, um Forschungsergebnisse aus der ersten Förderphase zu präsentieren und Projektvorhaben der zweiten Förderphase kennenzulernen.

Zu der Leitfrage Wie finden gute Forschungsergebnisse den Weg in die Praxis? fand im Juni 2012 ein eintägiger Transferworkshop statt. Forscher und Reha-Mitarbeiter stellten gemeinsam Ergebnisse und Erfahrungen von praxisnahen Förderprojekten aus der ersten Förderphase dar, die anschließend von Vertreter(innen) aus dem Reha-Bereich sowie von Kosten- und Leistungsträgern im Hinblick auf deren Umsetzbarkeit in der Routineversorgung diskutiert wurden. Einen Bericht zu diese Tagung sowie die Vorträge finden Sie in Kürze auf der Homepage des Förderschwerpunkts.

Zuletzt fand im Oktober 2013 ein Treffen der Forscherinnen und Forscher aus der zweiten Förderphase mit den Förderern statt. Im Zentrum stand - neben der Präsentation der aktuellen Ergebnisse durch die 4o Projekte der zweiten Förderphase - wiederum der Transfer von Projektergebnissen in die Praxis. Plenarvorträge behandelten das Thema jeweils aus Sicht der Krankenversicherung, der Rentenversicherung sowie der Reha-Praxis. Drei Arbeitsgruppen diskutierten im Anschluss Ergebnisse und Umsetzungsstrategien in den Bereichen Patientenorientierung und Empowerment (u.a. Patientenbeteiligung in Forschung), Methoden und Handwerkliche Fragen der Versorgungsforschung (u.a. Rekrutierungsprobleme, Durchführung von Interventionen, Ethik, Datenschutz) sowie Forschungstransfer. Vorgestellt wurde auch der Projektauftrag zur projektübergreifenden Analyse des Förderschwerpunkts und Dissemination der Projektergebnisse.